Dienstag, 14. Dezember 2021

 Illustrierte Kürzestgeschichten

Inspiriert durch gefundene Einkaufszettel –

wöchentlich erzählt von März 2019 bis Juli 2020.

 

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Forstwirt, Zweirad-Mechatroniker oder Kindergärtner

 












Für wen er eingekauft habe?

Für Oma oben weiches Toast. Und das andere für seine Mutter.

Ob er ein gutes Zeugnis bekommen habe. – Ja.

Ob er wisse, was er lernen oder arbeiten wolle. – Ja.

Was denn? – Forstwirt.

O – was machen Forstwirte?

Im Wald arbeiten. Bäume fällen, Wege bauen.

Das sei ja prima.

Ja. Immer draußen – frische Luft.

Wie lange dauere die Ausbildung? – Drei Jahre.

Wo fände das statt? – Weit im Westen, in der Eifel, in Schleiden.

Wie er auf Forstwirt gekommen sei?

Wald – Maschinen – Computer – das interessiere ihn eben.

Wieso Maschinen? 

 Na, – Motorsägen, Seilwinden, Schlepper fahren, Maschinen reparieren und so.

Und Computer? 

 Holzmengen berechnen, Preise aufschreiben, kalkulieren und so.

Lerne er auch jagen? 

 Ja, klar. Auch schießen. Und alles über Tiere im Wald.

Ob er wisse, wann seine Ausbildung anfange?

Im Herbst.

Was wolle er denn bis dahin machen?

Das wisse er noch nicht. Vielleicht was mit Kindern in einer Kita.

Wie er denn darauf gekommen sei?

Die kleinen Kinder machten ihm Spaß.

Wo er denn Kontakt zu kleinen Kindern habe?

Na, nebenan sei doch eine Kita. Und wenn er da vorbei komme, spiele er eben mit den Kindern Zoo.

Wie das denn gehe?

Am Zaun sei er Besucher, die Kinder die wilden Tiere.

Und dann?

Die Kinder fauchten und knurrten, und er springe vor Angst zurück. Das mache den Kindern und ihm Spaß.

Ob er in der Kita gefragt habe, ob sie ihn brauchten.

Nein.

Warum nicht? –

Er überlege noch. Vielleicht könnte er auch in einem Fahrradladen mitarbeiten.

An Mountainbikes zu schrauben, fände er cool.

Ob er wisse, was er da verdiene?

Nein, aber er könnte Zweirad-Mechatroniker werden.

Aber er wolle doch Forstwirt werden?

Ja, seine Freundin fände das besser.

Forstwirte könnten auch Kinder durch den Wald führen und ihnen alles im Wald erklären.

Na, dann alles Gute für Dich, Paul!

 

 

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Montag, 13. Dezember 2021

 Illustrierte Kürzestgeschichten

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wöchentlich erzählt von März 2019 bis Juli 2020.

 

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 Aglaias Pflaster

Beim schlaftrunkenen Gang in die Küche fiel ihr Blick auf den großen Hibiskus neben dem Wohnzimmerfenster. Die frühmorgendlichen Sonnenstrahlen trafen den Baum so, dass viele seiner Blätter grüngolden aufleuchteten. Dazu die Schatten, dunkle Kontraste. Aglaia war verblüfft, sie ging zurück und griff ihr Smartphone, um diesen grüngolden-schwarzen Effekt zu fotografieren, für ihr Tagebuch. Aglaia liebte plötzliche ästhetische Überraschungen im Alltag.

Neben den Teepott und die ausgebreitete Zeitung schüttete sie aus dem Glas mit Nüssen, Mandeln, getrockneten Kirschen und Pflaumen, die Mischung, die immer auf dem Tisch stand, auf die Tischplatte, zog den Schreibblock heran und notierte, was sie heute einkaufen wolle. Was sie notiert hat, braucht sie nicht mehr im Kopf zu haben.

Sie sah die gedruckten Sonnenblumen auf dem Zettel und sie erinnerte sich, dass ihr die Apothekerin diesen Schreibblock für zwei Euro aufgeschwatzt hatte. Die beiden Euros seien eine Spende für die Albert Schweitzer Kinderdörfer, Lebensgemeinschaften für Kinder, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben könnten. Na, gut.

Eigentlich war sie in die Apotheke gegangen, um zu sehen, ob die Apothekerin neue Pflaster hereinbekommen hatte.

Aglaia war stolz auf ihre Plastersammlung. Vor etwa zehn Jahren hatte sie angefangen, Kinderpflaster mit Motiven, sogenannte Trostpflaster, zu sammeln, und jetzt besaß sie  die wahrscheinlich größte Kinderpflastersammlung der Welt, vier Regale mit Wundpflastern. Kinderpflaster für Mädchen und Jungen. Wundschnellverbände mit Motiven wie Fußball, Micky Maus, Piraten und Goldmünzen, mit Robotern, Engeln, Schmetterlingen, einfach mit all den Motiven, mit denen man Kinder bediente, um ihnen und ihren Eltern das Geld aus den Taschen zu ziehen.

Aber kritische Überlegungen zu ihren Pflastern verbot sich Aglaia. Ihr kam es darauf an, die Sammlung zu vervollständigen. Neuerdings sammelte sie auch die hübschen Blechdosen für Pflaster.

Von der Apothekerin, zu der Aglaia ein freundschaftliches Verhältnis hatte, hatte sie erfahren, dass in USA neuerdings Design-Pflaster mit Jesus-Motiven herausgekommen seien.

Die wollte sie sich bei Amazon bestellen und darum notierte sie gedankenverloren wieder Pflaster.

Bevor sie die Zeitung aufschlug, stellte sie sich ein Jesus-Pflaster vor.

Toll! Ein Jesus-Pflaster!

Eine bessere Idee konnte es nicht geben!

Unser Heiland, das Pflaster, die aufgelegte Hand!

Das Wunder.

Das Wundheilpflaster.

 

 

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Samstag, 11. Dezember 2021

 Illustrierte Kürzestgeschichten

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 Ladykracher1

 


Wer könnte diesen Einkaufszettel geschrieben haben? Eine Ausländerin, denk’ ich, jemand, der Probleme mit dem lateinischen Alphabet hat.

Vielleicht eine Araberin, jemand, der das lateinische Alphabet übt. Beachte zum Beispiel das zweite „a“ in Vétalwasser: Der Auslaufstrich am „a“ ist verkehrt herum gesetzt. Insgesamt herrscht Unsicherheit und Ungeübtheit im Schreiben.

Für ihre Kinder, den zehnjährigen Baschar und die achtjährige Esma will die Schreiberin – nennen wir sie Fadwa – Sixpacks von Fanta und Cola kaufen, aber sie weiß nicht, dass ein Sixpack nicht „Packung“ genannt wird. Dass man Ibuflam, das bekannte Mittel zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, Fieber und Entzündungen, nicht, wie in ihrer Heimatstadt Aleppo, im Supermarkt kaufen kann, sondern nur in der Apotheke, das weiß Fadwa noch nicht.

Nach dem Tod ihres Mannes Iskandar ist Fadwa mit ihrem letzten Geld 2015 aus Aleppo über die östliche Mittelmeerroute, über Lesbos, Athen, Nordmazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich nach Berlin geflüchtet. Seit der Bewilligung ihres Asylantrages und dem Umzug in eine eigene kleine Wohnung 2018 nimmt sie an Alphabetisierungs- und Integrationskursen des BAMPF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) teil.

Mit dem Schreiben- und Lesenlernen ist sie sozusagen umalphabetisiert worden. Nun übt sie das Schreiben gemeinsam mit ihren Kindern. Aber Baschar und Esma, die in die Schule gehen, können schon viel besser schreiben und lesen als Fadwa – was Fadwas Ehrgeiz anstachelt.


Es ist sehr interessant, im Integrationskurs mit Frauen aus verschiedenen Ländern zusammen zu treffen. Besonders spannend findet es Fadwa, im dreistündigen Alphabetisierungs- und Integrationskurs am Ende jeden Tages mit der Lehrerin einen der „Ladykracher“ -Sketchfilme mit Anke Engelke anzusehen und zu besprechen. Das ist für Fadwa jedes Mal verwirrend und befreiend zugleich. – Deutschland ist ein anstrengendes Land, denkt Fadwa, aber es st zum Lachen, und es hilft mir.

 

Diese Erzählung ist doch totaler Quatsch und eine völlig unpassende Erfindung! Allein das Wort „Ladykracher“ als Titel der Anke Engelke-Sketche wäre Ausländern nur schwer verständlich zu machen. Außerdem wäre es für land- und sprachfremde Menschen doch eine völlige Überforderung, am Ende dreier Übungsstunden noch ein Video der Ladykracher-Comedy-Serien anzuschauen.

Also: Total daneben!

 

1 „Ladykracher“ ist eine von 2002 bis 2003 und von 2008 bis 2013 von Sat 1 ausgestrahlte Comedyserie. Die Sendung erhielt mehrfach den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis in der Kategorie Beste Comedysendung. Alle Folgen der Serie sind auf MySpass.de und bei YouTube zusehen. Wikipedia

 

 

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Donnerstag, 9. Dezember 2021

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 Stichwort des gemeinsamen Glücks

 

Eine junge, handwerklich-künstlerisch begabte Berlinerin, die sich während ihrer Schulzeit permanent mit ihrem Vater gestritten hatte, wollte nach ihrem Abitur einfach nur weg von ihrer Familie, zog hopplahopp zu Hause aus, mietete eine Ein-Zimmer-Wohnung in einem anderen Bezirk und musste von Stund an jobben, um ihre Wohnung finanzieren zu können.

Flora, die sich eigentlich einem künstlerischen Studium widmen wollte – vielleicht Bühnenbild, Kostümbildnerei, Modedesign –, merkte jetzt, dass sie den Job als Kellnerin in einer Eisdiele so sehr genoss, dass sie ein Studium erst einmal hintan stellte. Die freundliche Kommunikation mit der sehr unterschiedlichen Kundschaft, die an ihr hängenden Blicke der jungen Männer, die zu Dutzenden sich mit ihr verabreden wollten und von denen etliche nach Dienstschluss auf sie warteten, um sie nach Hause zu begleiten –, das alles gefiel ihr sehr. Ja, ihr Leben als Berliner Eisdielenjobberin mit selbstfinanzierter Wohnung bereitete ihr soviel Daseinsglück, dass sie ihre Vorstellungen von einem Kunststudium aufgab.

Aber ihr Interesse an selbstbestimmtem kreativen Arbeiten erlosch nie gänzlich, was daran zu erkennen war, dass sie eines Tages begann, Jahr für Jahr Kurse in Malen, Zeichnen, Weben und Werken in einem Werkhof in Westdeutschland zu nehmen.

Nun geschah es, dass sie sich mit einem der jungen Männer, der, wie zuvor viele andere, vor der Eisdiele auf sie gewartet hatte, um sie nach Hause zu begleiten, einem attraktiven Luftfahrtingenieur, so gut unterhielt, dass sie ihn vor ihrer Haustür auf einen letzten Kaffee in ihre Wohnung mit herauf bat.

Nachdem Joachim den Kaffee getrunken, etwas verlegen neben ihr gesessen, mit ihren langen Haaren in seinen Fingern gespielt und sie zum ersten Mal geküsst hatte, kam es, wie es kommen musste.

Sie wurden ein Paar.

Ob der starken Übereinstimmung ihrer Interessen, Werturteile und Vorlieben schätzten sich beide glücklich. Es passte halt alles, bis auf das Eine: Er war Fleischesser, sie Vegetarierin.

Achtsam würde sie ihn nach und nach von der Fleischesserei wegführen, ihn passiv missionieren, nahm sie sich vor.

Und für ihr erstes gemeinsames Abendessen bereitete sie eine Gemüsepfanne, die Joachim lebenslang unvergesslich blieb. Ein leises von ihm oder von ihr gehauchtes, unverständliches „Gemüsepfanne“, erinnerte beide fortan an diese allererste Stunde ihres gemeinsamen Glücks.

 

 

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Dienstag, 7. Dezember 2021

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29

 Oachkatzlschwoaf und Fichtendickicht

 

Lukas, ein sechsjähriger Schulbub im 7. Wiener Bezirk, der zwar erst das erste Schuljahr besucht, aber schon sehr gut lesen und schreiben kann, hat seit einiger Zeit besonderes Vergnügen daran, die Einkaufszettel für seine Mutter zu schreiben.

Am liebsten schreibt Lukas am Küchentisch, während seine Mutter, eine berufstätige Software-Entwicklerin, das Essen zubereitet oder die Spülmaschine aus- oder einräumt. Lukas schreibt dann mit Druckbuchstaben, die er unter den Augen von Zita, seiner Schwester, schon vor Beginn seines ersten Schuljahres oft geübt hat, sorgfältig und langsam auf, was ihm seine Mutter Theresa aufzählt: Naturjoghurt, gefrorene Himbeeren, Zitronen im Netz, Geheimratskäse, Schlagobers, Marillen, Topfen usw., Lebensmittel, die seine Mutter später bei BILLA, dem Supermarket auf der Zieglergasse einkaufen will. Zum Schluss des Einkaufszettelschreibens darf Lukas noch etwas für sich selbst auf den Zettel schreiben. Also notiert er Sportgummi, seine beliebten Egger Fruchtgummis. Und auch ein Herzchen fügt er hinzu. Das hat er bei Zita abgeguckt, denn die ist verliebt und zeichnet seit neuestem dauernd Herzchen überall hin.

Da Lukas Mutter Wienerin ist, die während ihres Studiums Prof. Dr. Florian H. aus Berlin, Informatikwissenschaftler der Medizininformatik, kennengelernt und 2010 geheiratet hat, sind Lukas und seine Schwester von Geburt an Österreicher und Deutsche, was besonders Lukas so gut gefällt, dass er es bei jeder Gelegenheit allen Leuten erzählt.

Lukas hat in seinem Kindergarten an dem Projekt „Dialektförderung“ teilgenommen und kann daher etliche spezielle wienerische Wörter sehr gut aussprechen. Mit seinem Weanerisch entwickelt er sich mittlerweile zu einem Medienprofi, der weiß, womit man bei Erwachsenen Eindruck schinden kann.

Als sein Berliner Opapa im September acht Tage zu Besuch bei ihnen wohnt, bittet Lukas ihn am ersten Morgen, ihm „Oachkatzlschwoaf“1 nachzusprechen.


Der Opapa schafft das nicht – aber er bittet Lukas, ihm schnell hintereinander nachzusprechen:

„Im dicken dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig.“

Nach dem dritten Versuch hat Lukas es drauf: „Im dicken dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig.“

„Kann ich“, sagt Lukas.

 

 

[1] österreichisch: Oachkatzlschwoaf = Eichkätzchenschweif = deutsch: Eichhörnchenschwanz

 

 

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Montag, 6. Dezember 2021

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28


 










Gedicht

 

H. D. Quarz

 

Trost-Toast

 

Toast und Suppengrün

Brötchen und Salat

Wurst und auch Tomaten

Thunfisch Mais und ein paar Wiener

Kartoffeln Linsen und viel Mais.

 

Ach,

Alles für den billigen Trost.

 

 

 

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Sonntag, 5. Dezember 2021

 

Illustrierte Kürzestgeschichten

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27

Eine unerhörte Geschichte

Gesine, eine temperamentvolle Rendsburgerin, die nach fixem Wochenendeinkauf des Üblichen – Zucker, Mehl, Kaffee, Kartoffeln, dunkle Schoko zum Backen, Brot, Bier, Selters, Fisch, etc. – mit ihrem Einkaufswagen dem Markt in der Nordmarkhalle zustrebte, um an den Marktständen, an denen sie normaler Weise gerne mit den Leuten ein bisschen schnackte, noch Gemüse und frische Gewürze einzukaufen, war ungeduldig und hatte es sehr eilig, weil sie sich beim jährlich stattfindenden „Rendsburger Herbst“ auf dem Paradeplatz die jungen Männer, die am Baumsägewettbewerb teilnehmen würden, ansehen wollte.

Gesine, die bei all ihren bisherigen Versuchen, mittels Singlebörsen im Internet einen guten Typen zu finden, keinen Erfolg gehabt hatte, wollte es wieder mit der Wirklichkeit versuchen.

Schnell verstaute sie ihren Einkauf, zog sich um, das ärmellose Rote mit dem Glockenrock, hübschte sich auf, sprühte eine Wolke Parfüm in die Luft, drehte sich einmal in der Wolke, sprühte auf ihre Haare, schloss ab, verließ das Haus, lief zur Kreuzung, hielt ihr Smartphone an den ersten E-Scooter und rollte mit zwanzig Sachen los, Richtung „Rendsburger Herbst“.

Sie schob sich durch das Gedränge und stand ganz plötzlich in der Runde um die Baumsäger, verstand sofort, dass beim Sägen mit der Bogensäge nicht nur die Zeit genommen wurde, sondern auch, dass die Scheibe 555 Gramm wiegen sollte.

Gerade war unter Klatschen und Rufen eine Scheibe heruntergefallen, war aufgehoben und gewogen, ihr Gewicht nebst Zeit auf einer Tafel notiert worden – bisher kürzeste Zeit, Gewicht 563 gr. – da sah sich Gesine einem der beiden farbigen Säger gegenüber. Gepackt von der freudigen Erregung ringsumher sprang sie den fremden schwarzen Mann freudig an, umarmte ihn und gratulierte, natürlich auch seinem schwarzem Mitsäger.

Um diese Geschichte zu Ende zu bringen, muss noch erzählt werden, dass die beiden Afrikaner, Akono und Mojo, Freunde seit ihrer gemeinsamen Flucht durch Mali, Niger, Libyen, Italien, 2015 in die Bundesrepublik gekommen, anerkannte Asylbewerber in der BRD,  recht gut Deutsch sprachen und Jobs als Staplerfahrer bei IKEA in Kiel hatten.

Ein halbes Jahr später heirateten Gesine und Akono.

Ihr Baby heißt Mara, und Mojo war Pate.

Ja, es passieren Geschichten, die man kaum glauben kann.

 

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